Paula, Bereichsleiterin in einem größeren Unternehmen im Mittelstand, schrieb mir vor einigen Wochen.
Ihr Team hatte Copilot eingeführt, eigene Workflows entwickelt, konkrete Vorschläge gemacht.
Sie schrieb: „Ich soll die Freigabe geben. Ich weiß aber nicht, wie ich entscheiden soll.”
Ich schrieb zurück: „Woran hängt die Entscheidung?”
Einen Tag später kam ihre Antwort:
„Ich habe darüber nachgedacht. Ehrlich gesagt: Ich verstehe nicht genug von KI, um Ja oder Nein zu sagen.”
Das ist kein persönliches Versagen. Es ist eine neue Situation.
KI ist in Teams angekommen, bevor Führungskräfte das notwendige Grundverständnis dazu aufbauen konnten.
Das passiert gerade überall.
Es macht Führungskräfte aber nicht schwach. Es macht vielmehr sichtbar, wo etwas fehlt. Und es fehlt bei allen.
Bei den Mitarbeitenden. Bei den Führungskräften. Bei den Chefs.
Das weiß ich aus vielen, vielen Gesprächen und meinen KI-Coachings.
Diese Unkenntnis ist auch nicht schlimm oder verwunderlich. KI ist so neu. Neu in so vielerlei Hinsicht.
Die eigentliche Frage ist: Wie schließt man diese Lücke schnell genug, um wieder entscheiden zu können?
Genug heißt allerdings nicht: alles zu wissen. Es heißt vielmehr: fragen zu können, beurteilen zu können, verantworten zu können.
Nicht als Expertin, als Führungskraft.
Die Lücke wächst, solange sie offen bleibt.
Zwei Wochen später hatte Paula immer noch nicht entschieden.
Das Team arbeitete weiter. Entschied kleinere Dinge, die eigentlich Führungsentscheidungen waren.
Dann kam noch etwas dazu: Ein Projektbericht war etwas spät eingereicht worden. Ihr Abteilungsleiter hatte nachgehakt: „Ihr habt doch jetzt den Copiloten. Könnt ihr das damit nicht schneller machen?”
Der Druck kommt von oben.
Die Bewegung kommt von unten.
Die Entscheidungshoheit liegt dazwischen. Und ist gerade unbewohnt.
Was naheliegt — und was jeder Schritt wirklich bringt.
Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, um sich das notwendige Wissen zu KI anzueignen.
Die schlechte Nachricht: Es ist ein zusätzlicher Aufwand und es kostet Zeit.
Aber es ist ein Aufwand, der sich lohnt. Zumal: Wer jetzt anfängt, gehört noch zu den Vorreitern und kann damit gegenüber den anderen in die Pole-Position gehen.
Hier sind einige ganz konkrete Schritte, die Sie machen können:
1. Schulungsmaterial des Unternehmens.
Wer Copilot einführt, stellt meistens Schulungsmaterial bereit — in der Wissensdatenbank, im Intranet, manchmal als Pflichtmodul. Ein guter Ausgangspunkt.
Nach der Lektüre wissen Sie: Welche Anwendungsfälle Ihr Unternehmen als relevant betrachtet. Wie das Tool technisch bedient wird. Was die IT als sinnvoll empfiehlt.
Was Sie danach noch nicht wissen: warum KI überhaupt macht, was sie macht. Das Schulungsmaterial denkt nicht in Führungsentscheidungen.
2. Microsoft Learn.
Microsoft bietet kostenlose Lernpfade auf Deutsch an — gut strukturiert, kein IT-Vorwissen nötig. Das Modul „Copilot für Microsoft 365 — Grundlagen” dauert etwa 45 Minuten.
Nach dem Modul wissen Sie: Was Copilot kann und wie man es nutzt. Welche Funktionen für welche Aufgaben geeignet sind. Wie man konkrete Arbeitsschritte damit beschleunigt.
Was Sie danach noch nicht wissen: die Führungsperspektive. Wie KI Entscheidungen trifft. Wo Risiken entstehen. Welche Verantwortung bei Ihnen bleibt.
3. KI-Grundlagen für Führungskräfte.
Beides hilft. Was in beiden fehlt: ein Verständnis von KI, das von der Führungsrolle aus gedacht ist: wie KI Entscheidungen trifft, welche Verantwortung bei Ihnen bleibt, was Sie bei Freigaben konkret beachten müssen Es gibt kostenlose Online-Kurse, die genau das bieten Diese sind selbstgesteuert, ohne Vorkenntnisse und auf Deutsch verfügbar.
Nach diesen Kursen wissen Sie: Welche Entscheidungen Sie als Führungskraft treffen müssen und welche Verantwortung bei Ihnen bleibt.
Diese Kurse sind aber natürlich sehr allgemein und haben vermutlich keine Antworten auf Ihre ganz konkreten Führungsfragen zu KI.
Alle drei Schritte zusammen — Schulungsmaterial des Unternehmens, Microsoft Learn und ein KI-Grundlagenkurs — geben Ihnen aber die Basis, die Sie für das nächste Gespräch mit Ihrem Team brauchen.
4. Zurück zum Team.
Mit diesem Grundverständnis führen Sie das Gespräch neu und zwar mit konkreten Fragen statt Bedenkzeit:
- „Zeigt mir das nochmal und erklärt mir, wo die KI dabei eine Entscheidung trifft.”
- „Erklärt mir genau, welche Prozesse Ihr ändern wollt und warum.”
Paula hat die drei Wege ausprobiert:
Das Schulungsmaterial: zu konkret, zu wenig Bezug zu ihrer Arbeit als Referatsleiterin.
Microsoft Learn: nur auf Copilot bezogen, die Führungsperspektive auf KI fehlte komplett.
Die KI-Grundlagenkurse: zu allgemein und zu wenig auf ihre ganz konkrete Situation zugeschnitten.
Einen Tag später rief sie bei mir an.
Und drei Monate später dann nochmal:
„Ich habe jetzt alles freigegeben. Wir haben einen neuen Workflow, der jedem von uns pro Woche mindestens 3 Stunden spart. Und der viel mehr Spaß macht.”
Sie wirkte erleichtert und sogar etwas euphorisch.
P.S. Wenn Sie jemanden kennen, dem gerade ein ähnliche Freigabe auf dem Tisch liegt und das Verständnis dafür fehlt: leiten Sie diese Mail hier weiter.
P.P.S Alle bisherigen KI-Briefings finden Sie hier: https://ki-briefing.kit.com
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Ein Leitfaden für alle, die das Thema Künstliche Intelligenz schnell und im Überblick verstehen wollen
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Und wenn Sie mehr als nur mitlesen wollen – so kann's weitergehen:
The AI Leader
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Ein klarer Verantwortungsrahmen für den strategischen Umgang mit KI. Für Organisationen, in denen KI bereits Thema ist, aber ohne klare Linie.
Wenn Sie einen Themenwunsch für das KI-Briefing haben – schreiben Sie mir gern: ki-briefing@digital-leader.eu
Hinweis: Dieser Beitrag ist in enger Zusammenarbeit mit KI geschrieben worden und persönlich von Dr. Beate Freuding, Geschäftsführerin von The Digital Leader, kuratiert. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung. Er stellt keine Rechtsberatung dar und kann eine individuelle juristische Prüfung im Einzelfall nicht ersetzen. Für Entscheidungen, die auf Basis dieses Beitrags getroffen werden, übernimmt die Autorin keine Haftung.