Ich kenne fast jedes KI-Tool. Das ist mein Job.
Als Claude auf den Markt kam, wusste ich: das gibt es. Aber ich habe nicht gewechselt.
Nicht weil mir das Wissen fehlte. Sondern weil ich ChatGPT wirklich beherrschte. Ich wusste, wie ich es einsetze, wo es stark ist, wie ich es biege, wenn es nicht liefert.
Claude neu zu lernen ist eine Investition. Auch für jemanden, der digitale Tools liebt.
Dann sagten viel der KI-Experten: Du musst unbedingt wechseln.
Ich habe es ausprobiert.
Damals gab es nur Claude Code. Zu technisch. Nicht meine Welt. Innerlich: Vielleicht fehlt mir doch etwas.
Zurück zu ChatGPT.
Dann kam Claude Cowork. Interessant, aber KI-Agenten, die selbstständig handeln, das hat für mich immer noch etwas zu sehr von "Zauberlehrling". Zu viel Versprechen. Zu wenig Kontrolle.
Ich habe gewartet.
Dann kam Claude Design. Das war mein Moment. Nicht, weil ich plötzlich alles verstanden hatte, sondern weil dieses Tool dort ankam, wo ich täglich arbeite.
Auf ChatGPT würde ich auf gar keinen Fall zurückgehen.
Für den Moment.
Ich mache das beruflich und ich sage trotzdem: für den Moment.
Warum KI sich anders anfühlt als jedes Thema vorher
Sie kennen das bestimmt: Jede Kompetenz, die Sie als Führungskraft aufgebaut haben, hatte irgendwann einen Punkt, an dem das Fundament stand.
Neues Thema. Anstrengend. Dann gesetzt.
Bei KI gibt es diesen Punkt nicht. Nicht weil Sie zu wenig wissen, sondern weil vier Mechanismen gleichzeitig wirken.
Das Thema ist vollständig neu. Nicht neu wie ein neues Gesetz oder ein neuer Markt. Neu wie nichts vorher. Es gibt keinen Erfahrungsrahmen, den Sie einfach übertragen können.
Die Experten widersprechen sich. Nicht, weil jemand falsch liegt, sondern weil das Feld sich schneller verändert als jede Einschätzung stabil bleiben kann. Was im Januar galt, ist im März überholt. Was ich über Claude dachte, hat sich in wenigen Monaten verschoben.
Sie investieren Zeit und dann ändert es sich. Wer ChatGPT wirklich beherrscht, hat dafür gearbeitet. Zu wechseln bedeutet: von vorne. Das ist ein echter Aufwand. Auch ich habe ihn natürlich gespürt.
Es gibt kein Ende der Lernkurve. Wer darauf wartet, sagen zu können: Ich habe das jetzt, wartet auf etwas, das strukturell nicht eintreten kann. Nicht bei diesem Tempo. Nicht bei KI.
Alle vier Mechanismen wirken zusammen. Gleichzeitig.
Das erklärt die "FOMO". Und sie ist bei uns allen. Auch bei mir.
Tempo akzeptieren ist keine Niederlage
Mein Cowork-Moment hat mich etwas gelehrt: Ich bin nicht gesprungen, weil mir die Kontrolle wichtiger war als die Empfehlung.
Das war eine bewusste Entscheidung.
Und Claude Design hat mir gezeigt: Der richtige Moment ist nicht der, den andere definieren Es ist der, in dem ein Tool für meine spezifische Arbeit funktioniert.
„Für den Moment” klingt immer so nach Unsicherheit. Dabei ist es das Gegenteil.
Es bedeutet: Ich entscheide jetzt und ich behalte mir vor, morgen neu zu entscheiden. Das ist die einzig sinnvolle Haltung in einem Feld wie KI, das sich so schnell bewegt.
Mein Prozess ist immer derselbe
1. FOMO entspannt sehen. Das Gefühl, etwas zu verpassen, gehört zu KI dazu. Es ist kein Signal zum Handeln, es ist Hintergrundrauschen. Ich habe gelernt, es einfach da sein zu lassen und ihm nicht sofort zu folgen.
2. Auf Empfehlungen hören, aber selektiv. Wenn ein Tool überall auftaucht und von mehreren empfohlen wird, höre ich genauer hin. Die Frage, die ich mir aber gleichzeitig sofort stelle: Macht das für meinen konkreten Bereich Sinn? Passt es zu dem, was ich täglich tue?
3. Passende Tools näher anschauen. Zwei, drei YouTube-Videos reichen mir. Nicht um Expertin zu werden. Ich will einfach nur verstehen, wie das Tool wirklich funktioniert, bevor ich Zeit investiere.
4. Aufsetzen, auch das mit YouTube. Wenn mich das, was ich sehe, überzeugt, setze ich das neue Tool rudimentär auf. Tutorials gibt es ja für fast alles. Schnell, konkret, ohne Handbuch. Und ich teste das Tool in den Grundzügen aus, bis ich verstanden habe, ob es für mich taugt.
5. Und dann: ggf. von vorne. Wenn es nicht passt, ist das ja kein Scheitern. Das ist mein normaler Prozess. Ein Prozess, der mich im Verlauf der letzten vier Jahre zu einer KI-Expertin gemacht hat.
Ja, ich habe auf Claude Design gewartet. Der Weg dahin führte mich durch Claude Code, das nicht meine Welt war, durch Cowork, dem ich noch nicht vertraute, und zurück zu ChatGPT, das ich kannte.
Ich mache das beruflich. Mein Claude-Design-Moment kam nach drei Anläufen.
Drei Anläufe sind kein Ausnahmefall.
P.S. Wenn Sie jemanden kennen, der gerade zögert, weil alle sagen, er/sie muss das KI-Tools unbedingt wechseln, leiten Sie das weiter.
P.P.S Alle bisherigen KI-Briefings finden Sie hier: https://ki-briefing.kit.com
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Leitfaden "KI-Agenten verstehen und nutzen"
Ein Leitfaden für alle, die KI-Agenten schnell und im Überblick verstehen wollen
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Und wenn Sie mehr als nur mitlesen wollen – so kann's weitergehen:
The AI Leader
Ein persönlicher Denk- und Entscheidungsraum, um Künstliche Intelligenz einzuordnen, Verantwortung zu klären und sicher zu entscheiden. Keine Schulung, keine Tools, keine Umsetzung, sondern Orientierung auf Entscheiderebene.
The AI Organization
Ein klarer Verantwortungsrahmen für den strategischen Umgang mit KI. Für Organisationen, in denen KI bereits Thema ist, aber ohne klare Linie.
Wenn Sie einen Themenwunsch für das KI-Briefing haben – schreiben Sie mir gern: ki-briefing@digital-leader.eu
Hinweis: Dieser Beitrag ist in enger Zusammenarbeit mit KI geschrieben worden und persönlich von Dr. Beate Freuding, Geschäftsführerin von The Digital Leader, kuratiert. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung. Er stellt keine Rechtsberatung dar und kann eine individuelle juristische Prüfung im Einzelfall nicht ersetzen. Für Entscheidungen, die auf Basis dieses Beitrags getroffen werden, übernimmt die Autorin keine Haftung.