Was sollte ich primär nutzen: Google, ChatGPT oder Perplexity?



KI Briefing

Impulse zu Künstlicher Intelligenz für Führungskräfte


Liebe KI-Interessierte,

heute wieder meine Antwort auf eine Frage, die ich immer häufiger in meinen Gesprächen höre:

Die Frage

“Ich höre immer öfter von Perplexity. Manche sagen, das ist wie ChatGPT, andere vergleichen es mit Google.

Also: Was ist das – und worin liegt der Unterschied?”

Was hinter der Frage steckt

Die Verwirrung ist verständlich. Alle drei Tools – Google, ChatGPT und jetzt Perplexity – starten mit demselben Bild: ein Eingabefeld.

Wir tippen etwas ein, bekommen Text zurück. Aber was dabei passiert, ist grundverschieden.

Das merkt man erst, wenn man genauer hinschaut: Google zeigt Links, ChatGPT schreibt eigene Texte, Perplexity… macht irgendwie beides.

Und genau das sorgt für die Frage: Ist Perplexity nur ein „schöneres Google“ oder ein „ChatGPT mit Quellen“?

Wie ich es erkläre

Ich sag’s so:

Google sucht. ChatGPT schreibt. Perplexity kombiniert.

  • Google ist eine Suchmaschine. Sie durchsucht das Internet und liefert dir Links zu bestehenden Inhalten. Du klickst, prüfst, entscheidest. Google bewertet nur: Was könnte passen?
  • ChatGPT ist ein Sprachmodell. Es erzeugt Text, basierend auf Mustern, die es in Milliarden Beispielen gelernt hat. Es liefert keine aktuellen Webquellen (außer in speziellen Modi) – sondern plausible Antworten. Keine Listen, sondern fertige Formulierungen.
  • Perplexity mischt beide Ansätze: Es nutzt ein Sprachmodell (GPT), greift aber zusätzlich live aufs Internet zu und nennt die Quellen direkt im Text. Du bekommst also eine Antwort, die sich wie ChatGPT liest – aber mit verlinkten Belegen, ähnlich wie bei einer Fußnote.

Ich vergleiche das gern mit drei Rollen:

  • Google: Ein Bibliothekar, der dir Stapel von Büchern hinlegt.
  • ChatGPT: Jemand, der alle Bücher gelesen hat und dir eine Antwort schreibt – aus dem Gedächtnis.
  • Perplexity: Jemand, der dir eine Antwort schreibt und gleich dazuschreibt, aus welchem Buch er es hat.

Warum Perplexity für Google ein Problem ist

Google lebt davon, dass wir auf Suchergebnisse klicken – und damit auf Anzeigen.

Aber: Perplexity umgeht diesen Klick.

Es beantwortet die Frage direkt, gibt die Quelle dazu – und spart uns den Weg über zehn Websites voller Werbung.

Genau das, was Nutzer wollen – aber für Googles Geschäftsmodell ist das gefährlich.

Hinzu kommt: Die Suchergebnisse bei Google sind über die Jahre unübersichtlicher geworden – viel Werbung, viel SEO-optimierter Content. Perplexity dagegen liefert knackige Antworten + Quellen. Weniger Zeitaufwand, weniger Frust.

Kurz: Google spürt gerade, dass sein jahrzehntelanges Modell wackelt. Deshalb baut es selbst KI-Funktionen in die Suche ein – aber der Spagat ist schwer: Anzeigen finanzieren, während man gleichzeitig Antworten direkt ausliefert.

Was das bedeutet

Früher dachte ich: ChatGPT ist für alles, Google nur fürs Nachschlagen.

Heute denke ich differenzierter:

  • Für schnelle Ideen, Texte, Denkanstöße: ChatGPT.
  • Für harte Fakten oder Primärquellen: Google.
  • Für Fragen, bei denen ich KI-Komfort will – aber mit Quellen: Perplexity.

Und: Ich mische oft. Ich starte bei ChatGPT, prüfe bei Perplexity – und validiere bei Google.

Tja, das war’s auch schon wieder. Wenn Sie eine eigene konkrete Frage zu KI haben, dann antworten Sie mir gern auf diese Mail. Ich nehme Ihre Frage in einem der nächsten Newsletter auf.

Schöne Grüße - und ein weiterhin neugierig-gelassenes Führen mit KI

Ihre

Beate Freuding

P.S. Wenn Sie nochmal in die bisherigen KI Briefings reinschauen möchten, dann folgen Sie diesem Link: https://ki-briefing.kit.com/


Sie möchten mit mir sprechen?

Sehr gern. Sie erreichen mich unter freuding@digital-leader.eu oder telefonisch unter 0152 05188026. Oder vereinbaren Sie direkt einen Gesprächstermin: https://calendly.com/freuding/orientierungsgespraech


Und wenn Sie mehr als nur mitlesen wollen – so kann's weitergehen:

Executive Briefing für die Geschäftsleitung

In zwei Stunden erhalten Sie eine fundierte Einordnung, was KI für Ihre Organisation bedeutet – und welche Führungsentscheidungen jetzt anstehen.

KI-Coaching für Führungskräfte
In individuellen 1:1-Sessions entwickeln Sie ein fundiertes Verständnis von KI – und wie Sie als Führungskraft damit souverän umgehen.


Wenn Sie einen Themenwunsch für das KI-Briefing haben – schreiben Sie mir gern: ki-briefing@digital-leader.eu

Hinweis: Dieser Beitrag ist in enger Zusammenarbeit mit KI geschrieben worden und persönlich von Dr. Beate Freuding, Geschäftsführerin von The Digital Leader, kuratiert. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung. Er stellt keine Rechtsberatung dar und kann eine individuelle juristische Prüfung im Einzelfall nicht ersetzen. Für Entscheidungen, die auf Basis dieses Beitrags getroffen werden, übernimmt die Autorin keine Haftung.

The Digital Leader, Soltauer Str. 13, Lüneburg, Niedersachsen 21335
Unsubscribe · Preferences

KI Briefing

Jeden Mittwoch direkt in Ihrem Postfach. Für Führungskräfte, die Künstliche Intelligenz verstehen, einordnen und nutzen wollen. Jetzt abonnieren und nichts verpassen.

Read more from KI Briefing

Liebe KI-Interessierte, neulich nach einem Vortrag vor Unternehmern kam in der Q&A eine Frage, die mich noch eine Weile beschäftigt hat. Ein Unternehmer mittleren Alters hob die Hand und fragte etwas nachdenklich: „Werden wir nicht alle dümmer, wenn wir ständig KI benutzen?" Der Raum wurde kurz still. Nicht weil die Frage provokant war. Sondern weil sie viele offenbar selbst schon gedacht, aber nicht ausgesprochen hatten. Ich konnte keine einfache, kurze Antwort geben. Denn eine solche wäre...

Liebe KI-Interessierte, ich erlebe gerade in vielen Gesprächen einen ähnlichen Moment: Ich frage: „Haben Sie eigentlich schon eine KI-Strategie?“ Die Antwort ist oft: „Noch nicht. Dafür ist es bei uns noch zu früh.“ Und das ist nachvollziehbar. Denn was aktuell passiert, fühlt sich nicht nach „Strategie“ an: Ein Team nutzt ChatGPT für Texte. Ein Bereich testet ein Tool. Die IT schaut sich etwas an. Das wirkt eher wie Ausprobieren als wie eine Entscheidung. Nur: Genau daraus entsteht bereits...

Liebe KI-Interessierte, eine Beobachtung vorweg, die für das Verständnis entscheidend ist: Künstliche Intelligenz arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Das System berechnet, welches Wort – und welcher Gedankengang – mit hoher Wahrscheinlichkeit gut passt. Das Ergebnis sind Antworten, die plausibel wirken. Nicht automatisch solche, die richtig sind. Das ist kein Fehler, sondern Systemlogik. Und dazu gehört auch ein zweiter Punkt, der oft missverstanden wird: Was wir als „Halluzinationen“...